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Stylischer Grusel trifft auf schmerzvolles Drama: Dieser atemberaubende Klassiker gewann den Oscar für den besten Film – heute Abend im TV

Obwohl Alfred Hitchcock als Maestro der Suspense in die Kinogeschichte einging und das englischsprachige Kino nachhaltig formte, gewann er keinen einzigen Wettbewerbs-Oscar. Allerdings erhielt er im Rahmen der 40. Oscar-Verleihung einen Ehrenpreis für sein Lebenswerk – und schon bei den 13. Academy Awards wurde zum ersten (und einzigen) Mal eine Hitchcock-Regiearbeit als bester Film gekrönt: „Rebecca“!

Dieser Klassiker ist ein Psychothriller, dessen stilsichere Ästhetik einer Paranoia weckenden, erdrückenden Gruselgeschichte gleicht, und dessen Handlung ein schmerzvolles Liebesdrama über Verlust, Misstrauen, Minderwertigkeitsgefühle und Verachtung darstellt. Wie meisterlich dies zusammenfindet, könnt ihr nun ganz leicht im Free-TV überprüfen.

Denn heute, am 1. November 2026, läuft „Rebecca“ ab 20.15 Uhr bei arte. Zudem ist die atmosphärische Verfilmung des gleichnamigen Romans von Daphne du Maurier bis 5 Uhr morgens am 7. November 2026 in der arte-Mediathek abrufbar.

Darum geht es in "Rebecca"

Eine US-Amerikanerin (Joan Fontaine) lernt in Monte Carlo den Witwer Maximilian de Winter (Laurence Olivier) kennen und lieben. Kurz darauf heiraten sie, woraufhin die schüchterne Frau in das prächtige Familienanwesen des britischen Adligen zieht. Doch im Haus Manderley an der rauen Küste Cornwalls bekommt die Flitterphase des Paares einen Dämpfer verpasst.

In Manderley hat die strenge Haushälterin Mrs. Danvers (Judith Anderson) das Sagen, und unter ihrem Regiment bekommt die neue Mrs. De Winter ständig eingebläut, dass sie im Vergleich mit ihrer Vorgängerin, der verblichenen Rebecca, eine Verschlechterung darstelle. Ihr Gatte unterdessen pflegt sich in ohrenbetäubendem Schweigen, wann immer seine erste Frau thematisiert wird. Eine stürmische Nacht sorgt letztlich mit drastischen Erkenntnissen und schockierenden Neuigkeiten dafür, dass sich auf Manderley die Konflikte nicht weiter ignorieren lassen...

Ein Geisterfilm ohne das Element des Übernatürlichen

Hitchcock, Drehbuchautor Robert E. Sherwood und Drehbuchautorin Joan Harrison haben aus „Rebecca“ zwar nicht buchstäblich einen Geister-Gruselfilm gemacht. Doch selbst ohne herumspukende Gespenster und sonstige übernatürliche Schrecken funktioniert dieser Gothic-Genremix aus Psychothriller und Liebesdrama wie ein Geisterfilm:

Das schmuckvolle Familienanwesen Manderley kann seine Pracht nie entfalten, da seine hohen Hallen und verwinkelten Räume von erdrückenden Schatten verschluckt werden – ganz so, wie sich die Protagonistin konstant dadurch in die Ecke gedrängt fühlt, welche emotionale Präsenz die verstorbene Rebecca weiterhin im Leben ihres Umfeldes spielt. Rebeccas Leben mag beendet sein, doch ihr Andenken und das Echo ihres Seins hallen überwältigend nach.

Die gespenstische Ästhetik, die der für diesen Film mit einem Oscar ausgezeichnete Kameramann George Barnes erzeugt, geht dabei eine wirksame Ehe mit dem Skript ein – nicht zufällig bleibt der Hauptfigur ein Name verwehrt: Aus einem freudlosen Arbeitsleben hinein in eine unglückliche Ehe geflohen, wird ihr von den Menschen in ihrem Leben das Anrecht auf freie Entfaltung und eine eigene Persönlichkeit abgesprochen. Dass wir nie ihren Namen erfahren, ist die unheimliche Konsequenz dessen – und angesichts dessen, wie oft hingegen über die verstorbene Rebecca gesprochen wird, eine zusätzliche Degradierung.

Famos und vielschichtig gespielt

Joan Fontaine ist sensationell in dieser namenlosen Rolle: Sie verkörpert die neurotische Protagonistin mit sich konstant steigernder Empfindlichkeit, ohne je in klischeehafte Hysterie zu verfallen. Es ist vollauf plausibel, dass diese unglückliche Frau unter diesen Umständen immer nervöser und zerbrechlicher wird – man kann nicht anders, als um ihr Wohlsein zu bangen.

Judith Anderson unterdessen gibt eine famos-doppelbödige Darbietung, die sich je nach individueller Lesart dessen, was vor dem Eintreffen der Protagonistin auf Manderley geschah, durch und durch diabolisch, missverständlich-verzweifelt mahnend oder voller Kummer, Zorn und Herzschmerz deuten lässt.

Laurence Olivier schlussendlich brilliert als ebenso unberechenbarer wie oberflächlich-charismatischer Adliger voller Melancholie, dem man angesichts seiner zornigen Impulse und unmittelbar zum Ausdruck gebrachten Schuldgefühle Unschuld ebenso zutraut wie Mordlust.