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„heute journal“-Moderator Klaus Bresser ist tot

Klaus Bresser (1936⁠–⁠2026) – Bild: ZDF/Carmen Sauerbrei
Klaus Bresser (1936⁠–⁠2026)Bild: ZDF/Carmen Sauerbrei

Er war eines der bekanntesten Gesichter des ZDF: Klaus Bresser war an der Entstehung des „heute journals“ maßgeblich beteiligt und prägte weitere Formate, die bis heute erfolgreich auf Sendung sind. Der langjährige ZDF-Chefredakteur ist am vergangenen Mittwoch im Alter von 90 Jahren in Berlin verstorben.

Klaus Bresser stammte aus der Hauptstadt und entdeckte seine Leidenschaft für den Journalismus bereits während der Schulzeit. Als Gymnasiast schrieb er für Lokalzeitungen in Aachen. Während seines Studiums der Germanistik, Theaterwissenschaften und Soziologie in Köln arbeitete er zunächst frei für den Kölner Stadt-Anzeiger, bei dem er 1958 volontierte. Ab 1961 war er dort Redakteur mit besonderen Aufgaben, später begleitete er als Chefreporter unter anderem die Besuche der Staatschefs Charles de Gaulle, John F. Kennedy und Nikita Chruschtschow in West- und Ostdeutschland.

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1965 wechselte Bresser zum WDR. Dort leitete er unter anderem die Redaktion des Magazins „Monitor“ und die Redaktionsgruppe Aktualität. Außerdem war er an der Entwicklung der Sendung „Tagesthema“ beteiligt, einer Vorläuferin der „Tagesthemen“.

Seine ZDF-Laufbahn begann im Dezember 1977 als stellvertretender Leiter und Moderator des „heute journals“. An der Konzeption der Nachrichtensendung war Bresser maßgeblich beteiligt. 1981 übernahm er die Leitung und moderierte das Format sechs Jahre lang. 1983 kam die Leitung der Hauptredaktion Innenpolitik hinzu. In dieser Funktion verantwortete er unter anderem die „ZDF.reportage“, den „Länderspiegel“, die politische Talkshow „5 nach zehn“ und aktuelle Dokumentationen.

Ab 1985 prägte Bresser zudem die politische Interviewreihe „Was nun, …?“, die er mitentwickelte. Mit direkten Nachfragen, einer klaren Gesprächsstruktur und dem Fokus auf politische Verantwortung wurde das Format zu einem Markenzeichen der ZDF-Berichterstattung. Darüber hinaus moderierte er Diskussionsrunden, Wahlsendungen und Sondersendungen.

1988 wurde Bresser als Nachfolger von Reinhard Appel zum vierten Chefredakteur des ZDF berufen. Zwölf Jahre lang stand er an der Spitze der Redaktion und trieb den Ausbau des Informationsangebots voran. Zu den Formaten, die in dieser Zeit eingeführt wurden oder deren Entwicklung in seine Amtszeit fiel, gehörten „Bonn direkt“ (1987), „ZDF spezial“ (1988), das „ZDF-Morgenmagazin“ (1992) und „frontal“ (1993). Eine besondere Bedeutung hatten auch die ZDF-Sendungen zur deutschen Einheit, insbesondere die Programme am 2. und 3. Oktober 1990 aus dem Berliner Reichstag.

Für seine journalistische Arbeit wurde Bresser mehrfach ausgezeichnet. Zu den Ehrungen zählen die Goldene Kamera 1987, der Herbert-Quandt-Medien-Preis 1989 und der Verdienstorden des Landes Rheinland-Pfalz im Jahr 2000.

ZDF-Intendant Norbert Himmler würdigte Bresser als entschiedenen Verfechter des öffentlich-rechtlichen Informationsauftrags. Weiter erklärte er: Klaus Bresser hat das journalistische Profil des ZDF nachhaltig geprägt und stand stets für Unabhängigkeit und fairen Umgang. Auch die heutige ZDF-Chefredakteurin Bettina Schausten hob die nachhaltige Wirkung seiner Arbeit hervor: Klaus Bresser steht für präzises journalistisches Handwerk. Sendungen wie das ‚heute journal‘ und ‚Was nun, …?‘ wirken bis heute nach. Damit hat er das Fernsehen geprägt und eine Generation von Journalistinnen und Journalisten, die ihm nachfolgten.

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  • meldentomgilles am 12.10.2026 18:20 via tvforen.de

    Man sieht ja wohin die Verteufelung führt: Die radikalen Elemente werden gestärkt, während die gemäßigten Kräfte infolge der permanenten medialen Anfeindungen zunehmend an den Rand gedrängt werden.

    Die grundlegendsten psychologischen Mechanismen scheint bei den Öffis niemand zu verstehen, auch nicht die Trotzreaktionen und Abwehrreflexe vieler Zuschauer. Die AfD werden sie ohnehin nicht mehr los, ganz im Gegenteil, sie wird verstärkt die Gremien unterwandern. Die extreme Unzufriedenheit mit den etablierten Parteien treibt der Radikalopposition immer massenhaft Protestwähler zu.
    • meldensascha72 am 12.10.2026 10:53 via tvforen.de

      Früher wären auch alle gegen die AFD gewesen. Hier geht es nicht um links oder rechts sondern für die Demokratie. Also keinen Schwurbelkram hierein, das wird Herrn Bresser nun wirklich nicht gerecht.
      • meldentomgilles am 12.10.2026 03:07 via tvforen.de

        Früher gab es noch die "schwarzen" (z.B. Sigmund Gottlieb, Alexander Niemetz) und die "roten" (Klaus Bresser, Ruprecht Eser) Moderatoren, will heißen sie wurden von Unions- oder SPD-nahen Rundfunkräten ausgewählt.

        Man hörte die politische Einstellung oft auch in den Moderationstexten mitschwingen. Heute sind gefühlt alle Öffi-Journalisten linksliberal und knallhart Anti-AFD, aber Linken gegenüber sehr aufgeschlossen.
        • meldenPaula Tracy am 11.10.2026 13:39 via tvforen.de

          Klaus Bresser war für mich das Heute-Journal. Kaum zu glauben, dass seine Anfänge dort schon 45 Jahre zurückliegen. Ich fand ihn immer sachlich und unaufgeregt, ich mochte ihn - und das kann ich heute nur selten bei Nachrichten-Moderatoren und -Moderatorinnen sagen.

          Er hat ein gutes Alter erreicht, ich hoffe, er hatte auch nach seinem Ruhestand auch noch gute Jahre. Möge er in Frieden ruhen.
          • meldenMr P. am 11.10.2026 11:46 via tvforen.de

            Wieder einer weniger von den Journalisten alter Schule. Leute wie Klaus Bresser haben den ÖR-Journalismus, wie ich ihn kennen- und schätzengelernt habe, geprägt und ihm das Profil gegeben, was er heute leider nicht mehr in dieser Form hat. Das soll nicht heißen, dass heute dort alles schlecht wäre, aber die Seriosität und Ausgewogenheit von damals sind heute nicht mehr überall in dieser Form zu finden. Aber das ist ein weites Feld und soll hier jetzt nicht breitgetreten werden. Danke, Klaus Bresser!
            • meldenFernsehsenf (geb. 1963) am 10.10.2026 11:15

              Markanter Typ, war mir immer noch präsent. Ich war jetzt ziemlich überrascht, dass der schon so lange in Rente war.
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