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„Weissensee“-Macherin Regina Ziegler stirbt mit 82 Jahren

Regina Ziegler (1944⁠–⁠2026) – Bild: WDR/Melanie Grande
Regina Ziegler (1944⁠–⁠2026)Bild: WDR/Melanie Grande

Im Alter von 82 Jahren verstarb am gestrigen Sonntag, dem 1. November, die deutsche Film- und Fernsehproduzentin Regina Ziegler im Kreise ihrer Familie. Das bestätigte ein Sprecher der Ziegler Film GmbH der Deutschen Presse-Agentur. Seit vielen Jahrzehnten gehörte die Macherin hinter Werken wie der Historienserie „Weissensee“, dem Zweiteiler „Der Mann mit dem Fagott“ und der Reihe „Familie Bundschuh“ zu den prägendsten Persönlichkeiten in der hiesigen TV- und Kinolandschaft.

1944 in Quedlinburg als Regina Krömer geboren, wuchs die spätere Produzentin im Weserbergland auf. Nach ihrem Abitur im Jahr 1964 zog sie mit ihrem ersten Ehemann Hartmut Ziegler nach Berlin, wo sie ein Jurastudium schon nach einem Semester abbrach. Im Anschluss an eine Ausbildung zur Wirtschaftsdolmetscherin war Regina Ziegler als Produktionsassistentin für den Sender Freies Berlin (SFB) tätig. Erste Erfahrungen im Filmbereich sammelte sie ab Anfang der 1970er-Jahre in der Zusammenarbeit mit Rosa von Praunheim.

Ihre eigene Produktionsfirma, die Regina Ziegler Filmproduktion, gründete sie kurz nach der Scheidung von Hartmut Ziegler und startete als eine Pionierin in einer von Männern dominierten Branche durch. Gleich das erste Werk, der Debütfilm „Ich dachte, ich wäre tot“ von 1973, wurde mit dem Bundesfilmpreis prämiert. Regie führte Wolf Gremm, den Ziegler bereits beim SFB kennengelernt hatte und mit dem sie von 1977 bis zu seinem Tod im Jahr 2015 verheiratet war.

Gemeinsam arbeitete das Ehepaar an zahlreichen Projekten, unter anderem an der Erich-Kästner-Verfilmung „Fabian“ (1980), die eine Oscar-Nominierung erhielt. Gleiches gilt für den Kurzfilm „Der flämische Meister“ aus dem Jahr 1993. Zu den vielen Arbeiten, denen Regina Ziegler auf der großen Leinwand und dem kleinen Bildschirm den Weg bereitete, gehören „Malou“, „Liebe ist kein Argument“, „Solo für Klarinette“, „Männer sind wie Schokolade“, „Der Besuch der alten Dame“, „Die Wölfe“, „Die Holzbaronin“, „Das Dorf der Mörder“ und der Zweiteiler „Gladbeck“. Verantwortlich zeichnete die Produzentin auch für die Reihen „Mordkommission Istanbul“, „Kommissarin Heller“ und „Familie Bundschuh“ sowie das mit Udo-Jürgens-Liedern gespickte Musical „Ich war noch niemals in New York“ und die Serie „Sebastian Fitzeks Die Therapie“.

Ihre kämpferische Natur, die sie selbst nach Misserfolgen wie dem international besetzten Historiendrama „Henri 4“ von 2010 nicht einbüßte, schlug sich auch im Titel ihrer 2017 veröffentlichten, zusammen mit Andrea Stoll entstandenen Autobiografie nieder: „Geht nicht gibt’s nicht!“. Der letzte Film, den Regina Ziegler produzierte, ist Volker Schlöndorffs Romanadaption „Heimsuchung – Eine Jahrhundertgeschichte“, der am 15. Oktober in die deutschen Kinos kam. 2006 ehrte sie das renommierte Museum of Modern Art in New York mit einer Retrospektive.

In einem gestern publizierten Statement brachten ARD-Programmdirektorin Christine Strobl und ARD-Degeto-Film-Geschäftsführer Christoph Pellander die Leistung der Verstorbenen mit folgenden Worten auf den Punkt: „Regina Ziegler hat Geschichten nicht nur erzählt. Sie hat sie möglich gemacht. Sie war eine Frau, die an ihre Ideen glaubte, für ihre Überzeugungen kämpfte und sich auch von Widerständen nicht entmutigen ließ. Mit ihr verlieren wir eine der großen Persönlichkeiten unserer Branche und eine wichtige kreative Partnerin. Ihr Lebenswerk ist beeindruckend. Was aber ebenso bleiben wird, ist ihr Vorbild: ihr Mut, ihre Unabhängigkeit und ihre unerschütterliche Leidenschaft für das Filmemachen. Dafür sind wir ihr zutiefst dankbar.“

Regina Ziegler hinterlässt ihre 1966 geborene Tochter Tanja Ziegler (aus der Ehe mit Hartmut Ziegler), die bereits im Jahr 2000 in die ab diesem Zeitpunkt unter dem Namen Ziegler Film GmbH firmierende Produktionsfirma einstieg.

Anlässlich des Todes gaben die öffentlich-rechtlichen Sender einige Programmänderungen bekannt:

In der ARD Mediathek stehen aktuell unter anderem Zieglers Werke „Martha Liebermann – Ein gestohlenes Leben“ und „Weissensee“ zum Abruf bereit.

Im ZDF werden am heutigen Montag um 20:15 Uhr „Familie Bundschuh – Bundschuh gegen Bundschuh“ und um 00:15 Uhr „Fabian“ ausgestrahlt. Im Laufe der Woche gibt es Wiederholungen von „Kommissarin Heller“ und „Die Holzbaronin“.

In ZDFneo ist am Dienstag, dem 3. November, um 20:15 Uhr die Folge „Kommissarin Heller – Panik“ zu sehen. Dafür entfällt „Marie Brand und die falschen Freunde“.

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