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Vom Underdog zum unerwarteten Aufsteiger: Nach 50 Jahren kehrt das gefeierte Boxer-Drama "Rocky" zurück auf die große Leinwand!

Es gibt Filmtitel, deren bloße Erwähnung einen sofort zu einer Schlüsselszene samt zugehöriger Emotionen zurückkatapultieren. So kann sich kaum jemand, der das Boxer-Drama „Rocky“ kennt, dagegen wehren, sofort die Trompetenklänge aus Bill Contis Theme-Song „Gonna Fly Now“ zu hören und zu zu sehen, wie Sylvester Stallone die Treppenstufen des Philadelphia Art Museums erklimmt und dann die Hände in die Luft reckt.

Stallones Triumphpose in „Rocky“ hat sich in doppelter Weise in die Filmgeschichte geschrieben: Einerseits gelingt seiner anfangs noch perspektivlosen Figur im Film tatsächlich der unverhoffte Durchbruch. Andererseits kurbelte der überraschende Erfolg von „Rocky“ nachhaltig Stallones Karriere an, nachdem er für diesen Film alles auf eine Karte gesetzt hatte.

Rocky Balboa (Sylvester Stallone) in Siegerpose Capelight Pictures
Rocky Balboa (Sylvester Stallone) in Siegerpose

Große Chance für den Underdog

Denn das Skript zu „Rocky“ stammt aus Sylvester Stallones eigener Feder: Nachdem er in einigen kleineren Filmen mitgespielt hatte, war seine Schauspielkarriere 1975 ins Stocken geraten. Doch der Kampf von Box-Legende Muhammad Ali gegen den relativ unbekannten Amateur-Boxer Chuck Wepner am 24. März 1975 hatte ihn zu einer Geschichte über einen Underdog und dessen Chance auf den großen Durchbruch inspiriert. Er schrieb also das Drehbuch zu „Rocky“ und bestand bei Verhandlungen mit Produzenten darauf, die Hauptrolle selbst zu spielen – obgleich ihm sehr viel mehr Geld dafür angeboten worden war, die Hauptfigur mit einem bekannten Schauspieler besetzen zu lassen.

Doch gerade Stallones Unbekanntheit machte ihn ideal für die Rolle des Rocky Balboa: Mit einer interessanten Mischung aus Abgekämpftheit und Unbedarftheit verkörperte er den in Philadelphia lebenden Amateur-Boxer und gelegentlichen Geldeintreiber. Als Rocky das Angebot erhält, gegen den amtierenden Schwergewichts-Weltmeister Apollo Creed (Carl Weathers) zu kämpfen, regt sich ihn ihm zudem ein fast schon trotziger Aufstiegswille.

Mit der Unterstützung seines ruppigen Trainers Mickey Goldmill (Burgess Meredith) bereitet er sich intensiv vor, nutzt jede Sekunde für schweißtreibendes Ausdauertraining, frühstückt rohe Eier (bitte nicht nachmachen) und prügelt in der örtlichen Metzgerei auf Rinderhälften ein. Zeitgleich entspinnt sich eine Romanze zwischen ihm und Adrian (Talia Shire), der schüchternen Schwester seines besten Freundes Paulie (Burt Young). Beim finalen Kampf gegen Apollo Creed zeigt sich schließlich, ob Rockys Mühen fruchten.

Rocky im Ring mit seinem Trainer Mickey Goldmill (Burgess Meredith) Capelight Pictures
Rocky im Ring mit seinem Trainer Mickey Goldmill (Burgess Meredith)

Der steinige Weg zur Veränderung

Der Plot von „Rocky“ mag recht simpel anmuten, für einige gar eine weitere Variante von schmalzigen „American Dream“-Stories darstellen. Doch Regisseur John G. Avildsen verstand es, die in kalten Tönen gemalte Rauheit von Rockys Umgebung samt illustrer, in müder Hoffnungslosigkeit verharrender Nebenfiguren packend in Szene zu setzen. Entsprechend wird auch Rockys Training als steiniger Weg dargestellt, den Bill Contis Score zu Beginn noch mit zart aufkeimenden Klaviervariationen des bekannten Themas begleitet.

Jederzeit, so wird in diesen anfänglichen, von Einsamkeit und Trostlosigkeit geprägten Trainingssequenzen vermittelt, könnte Rocky resignieren und sich mit seiner Perspektivlosigkeit abfinden. Dass er es nicht tut und das Risiko einer großen (und gewaltsamen) Blamage eingeht, ist imponierend – nicht nur für Boxsport-Fans, sondern auch für all jene, die wissen, wie schwierig es ist, ausgetretene Pfade zu verlassen und das eigene Leben zu verändern.

Ein Triumph vor und hinter der Kamera

Nach der Premiere 1976 sollten die Verantwortlichen hinter „Rocky“ selbst einen Triumph erleben: Bei einem überschaubaren Budget von 1,1 Millionen US-Dollar spielte der Film sagenhafte 225 US-Dollar Millionen weltweit ein und wurde mit drei Oscars – als Bester Film, für die Beste Regie und den Besten Schnitt – ausgezeichnet. Sylvester Stallone, der klug genug war, sich neben seiner geringen Gage eine prozentuale Beteiligung am Einspielergebnis auszuhandeln, bescherte „Rocky“ den Durchbruch für eine bis heute aktive Schauspielkarriere.

Natürlich klammert die Hollywood-Legendenbildung um diesen Film einiges aus: Der echte Chuck Wepner, der als zentrale Inspirationsquelle für „Rocky“ diente, hatte auch nach seinem Kampf gegen Muhammad Ali einen steinigen Lebensweg und verklagte 2003 sogar Stallone, um an den Einnahmen zu „Rocky“ beteiligt zu werden. Zudem hatten die fünf „Rocky“-Fortsetzungen wenig mit der Idee des Ursprungsfilms zu tun, sondern boten fast ausschließlich stumpfe Box-Action. Dennoch kann „Rocky“ abseits davon betrachtet und geschätzt werden – als ein gerade mit rauer Unverfälschtheit auftrumpfender Sportfilm, der bis heute nichts an Inspirationskraft eingebüßt hat.

Die "Best Of Cinema"-Reihe – präsentiert von FILMSTARTS

50 Jahre nach seiner Uraufführung kehrt „Rocky“ am 3. November 2026 im Rahmen der „Best Of Cinema“-Reihe zurück ins Kino – in 4K restauriert, so dass ihr diesen Film in bestmöglicher Bildqualität neu erleben könnt. Weitere Informationen findet ihr auf der „Best Of Cinema“-Webseite.

Zum Jahresabschluss wartet in der von Filmstarts präsentierten „Best Of Cinema“-Reihe noch ein weiteres Highlight auf euch: Am 1. Dezember 2026 läuft der romantische Weihnachtsklassiker „Liebe braucht keine Ferien“ wieder im Kino – hier ist der Trailer: