Vor 26 Jahren brauste eine humorvolle, derbe Parodie voller Klamauk an den Zielen ihres Spotts vorbei: Für „Scary Movie“ wurden allein in Deutschland mehr als 3,4 Millionen Eintrittskarten gelöst – Zahlen, von denen die in diesem Hit persiflierten Horror-Sensationen „Scream“, „Scream 2“ und „Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast“ an den hiesigen Kinokassen nur träumen konnten.
„Scary Movie“ war in Deutschland sogar einer der zehn erfolgreichsten Filme des Kinojahres 2000. Danach war er jahrelang ein Hitgarant im Free-TV und rotierte unzählige Male in den DVD-Playern von Teenagern. Kurzum: Wer in den 00er-Jahren pubertierte, hat über kurz oder lang Zitate aus dieser Horror-Parodie aufgesogen und viel zu oft selbst rausgeplärrt.
Nun schlitzt sich der Komödienknaller in bislang ungeahnter Bild- und Tonqualität durch das Heimkino, denn diese Woche ist „Scary Movie“ erstmals in Deutschland auf 4K-Blu-ray erschienen!
Die deutsche 4K-Premiere von „Scary Movie“ erfolgt in Form eines Limited Edition Steelbooks, das den Film obendrein auf Blu-ray enthält. Zusätzlich gibt es Bonusmaterial in Form von Interviews, einem Blick hinter die Kulissen, Deleted Scenes, einer Featurette sowie eines Musikclips.
Darum geht es in "Scary Movie"
Nachdem die begehrte Teenagerin Drew Decker (Carmen Electra) eines Nachts im Garten ihrer Eltern von einem Maskenkiller ermordet wurde, ist ihre Heimatstadt in Aufruhr – insbesondere ihre High School. Denn Drews Mitschülerin Cindy Campbell (Anna Faris) erhält bedrohliche Nachrichten, die sich auf das letztjährige Halloween beziehen.
Damals waren Cindy und ihre restliche Clique, bestehend aus Bobby (Jon Abrahams), Buffy (Shannon Elizabeth), Brenda (Regina Hall), Shorty (Marlon Wayans) und Ray (Shawn Wayans), in einen tödlichen Autounfall verwickelt. Soll das Sextett etwa dafür büßen? Oder finden die Sensationsreporterin Gail (Cheri Oteri) und der dusselige Polizist Doofy (Dave Sheridan) andere Motive für die an Drews Tod anschließende Mordserie?!
Dieser Humor ätzt sich ins Gehirn
Wieso brüllen Millennials minutenlang „Was geht aaaaaaab?“ und rufen rennenden Leuten „Lauf, Schlampe, lauf!“ hinterher? Der Grund sind „Scary Movie“ und seine anhaltende popkulturelle Wirkung in den frühen 2000ern: Der neben den eingangs erwähnten Teen-Slashern auch „Die üblichen Verdächtigen“, „Blair Witch Project“, „Matrix“ und US-Werbespots durch den Kakao ziehende Kassenschlager war lange, lange Zeit wiederkehrendes Pausenhof-Gesprächsthema und hat sich so ins Humorzentrum sowie ins Vokabular einer Generation gebrannt.
Dass „Scary Movie“ so eine lang anhaltende Wirkung entwickelte, während viele filmische Trittbrettfahrer schnell in Vergessenheit geraten sind, dürfte daran liegen, wie kohärent Regisseur Keenen Ivory Wayans das von Shawn Wayans, Marlon Wayans, Buddy Johnson, Phil Beauman, Jason Friedberg und Aaron Seltzer verfasste Skript verwirklicht hat:
Obwohl der Film wild zwischen direkter Nachahmung seiner Parodie-Opfer, betont alberner Imitation, Umkehrungen ins Vulgäre sowie nahezu zusammenhanglosen Sketchen schwankt, ergeben die Späße im Ur-„Scary Movie“ ein komödiantisch-stimmiges „Jugendliche im Hormonrausch durchleiden eine unsinnige Mordserie“-Gesamtbild. Da fließen und spritzen halt verschiedenste Körperflüssigkeiten, werden maßlos übertriebene Sprüche gebrüllt und gehen Peinlichkeiten in Gewaltexzesse über. High School halt!
Einen ganz anders gearteten Mix aus Gewalt, Horror und Humor stellen wir euch wiederum im folgenden Artikel vor – nämlich einen satirischen Sci-Fi-Gruselfilm mit deftigen Actioneinlagen: