2026 stehen noch einige Blockbuster ins Haus, die im Rennen um den größten Kino-Hit des Jahres eine Rolle spielen könnten. In Sachen Comic-Verfilmungen lässt sich eines aber schon jetzt mit ziemlicher Sicherheit sagen: Marvel wird die Nase vorne haben.
Während es „Avengers: Endgame“ dank Wiederaufführungen kürzlich sogar zum erfolgreichsten Film aller Zeiten brachte, schaffte mit „Spider-Man: Brand New Day“ (2,513 Milliarden Dollar) auch ein brandneues Marvel-Highlight den Sprung in die Top 3 der All-Time-Charts. Und das, bevor am 16. Dezember dann auch noch „Avengers: Doomsday“ an den Start – und sicherlich auch auf Rekordjagd – gehen wird.
Geschuldet ist das nicht nur der wieder aufkeimenden Popularität des gewaltigen Superhelden-Kosmos, sondern zumindest teilweise wohl auch dem Umstand, dass Marvels Comic-Abenteuer in der Regel ein besonders breites Zielpublikum ansprechen – und zumeist auch einem jugendlichen Publikum zugänglich gemacht werden (in Deutschland sind die meisten MCU-Filme ab zwölf Jahren freigegeben). Beim dritten Kinofilm des neu gestarteten Kino-Universums von Konkurrent DC dürfte das anders sein. In den USA erhielt „Clayface“ (Kinostart: 22. Oktober) bereits ein R-Rating, sodass hierzulande zumindest eine 16er-Einstufung zu erwarten ist. Warum? Das legen nun die ersten Pressestimmen zum Film nahe.
"Clayface": Gore-Granate für Body-Horror-Fans
Zugegeben, ganz überraschend kommt das nicht. Schließlich wurde das DCU-Kapitel als Horrorfilm angekündigt – und das ist auch nur konsequent, soll doch die Geschichte des titelgebenden Widersacher Batmans erzählt werden, der zunächst grausam entstellt wird, bevor er mittels rekonstruktiver Technologie „wiederhergestellt“ wird – was schwerwiegende Folgen nach sich zieht.
Das erinnert ein Stück weit an Sam Raimis „Darkman“ oder auch „Die Fliege“ von David Cronenberg. Und so überrascht es auch nicht, dass die viel zu unbekannte Comic-Adaption mit Liam Neeson und das oscarprämierte Creature-Feature-Juwel mit Jeff Goldblum von einigen Kritiker*innen zum Vergleich herangezogen werden.
Der unter anderem für Slash Film und The Wrap schreibende Bill Bria sieht in „Clayface“ so nicht nur einen „Proof Of Concept“ für DC, sondern auch eine „Mischung aus Mad-Science-Thriller und Antihelden-Story à la ‚Die Fliege‘ und ‚Darkman‘“, die vor allem für sich alleine funktioniert – und erst in zweiter Linie Brücken zum mit „Superman“ und „Supergirl“ eröffneten Universum schlägt.
CLAYFACE is the proof of concept of DC Studios: a movie that works on its own first, all shared universe considerations secondary. That it’s also a well-written, beautifully acted body horror/mad science/antihero monster movie à la THE FLY and DARKMAN is the bloody cherry on top. https://t.co/e5j6O4wa8H
— Bill Bria (@billbria) October 14, 2026
„Der Film macht so viel Spaß“, schreibt derweil Ryan Gaur von Discussing Film, der in „Clayface“ eine „Hommage an die albernen, blutigen B-Horrorfilme, in denen kaum jemand wie ein normaler Mensch spricht“ sieht.
Saw Clayface last night. It’s so much fun. A tribute to the silly, gory horror B movie where barely anyone talks like a real person. Review coming to @DiscussingFilm
— ryan @ lff (@ryangaur) October 14, 2026
Auch Kritiker Peter Gray zeigt sich angetan – von einer „spannenden Ergänzung von Gunns DCU“, die düster und brutal sei. Er hebt außerdem Hauptdarsteller Tom Rhys Harries („Sisi & Ich“) hervor, der der Figur gleichermaßen jungenhaften Charme und unterschwellige Bedrohlichkeit verleihe.
#Clayface has that comic book flair but that theatricality doesn’t diminish how BRUTAL it is! Dark, violent, with little levity to offset the nastiness, this is an exciting addition to Gunn’s DCU. Tom Rhys Harries brings equal boyish charm and quiet menace to the role. https://t.co/dlBUKFORPL
— Peter Gray (@ratedPDG) October 14, 2026
Bei The Movie Podcast stimmt man dem zu. „Der Body-Horror und die schauspielerische Leistung von Tom Rhys Harries sind wirklich exzellent“, heißt es dazu etwa auf X. Auf der anderen Seite seien aber auch einige bizarre Entscheidungen getroffen worden, von denen nicht alle funktionieren.
#CLAYFACE: the body horror and Tom Rhys Harris's performance are genuinely excellent, but the story and some bizarre choices make this an odd third entry for a DCU still finding its identity. There's a lot to love here, even if not all of it works. https://t.co/VsAFVn3j1w
— Shahbaz • The Movie Podcast (@shayhbaz) October 14, 2026
Für viele potentielle Kinogänger*innen könnte derweil entscheidend sein, was Kritiker Edward Douglas betont. Ihm zufolge funktioniere der Film von James Watkins („Eden Lake“) nämlich ganz hervorragend, auch ohne die Comic-Vorlage zu kennen.
I love Clayface from the Batman comics, but James Watkins' movie does a good job of separating itself as a horror movie that doesn't require knowing anything beforehand. At its best, it reminded me of Sam Raimi's Darkman and Cronenberg's The Fly. Review and interview next week!
— Edward Douglas (@EDouglasWW) October 14, 2026
Das bestätigt Steven Weintraub vom Collider. Man brauche keinerlei Vorkenntnisse und solle sich auf einige Gewaltspitzen einstellen, die das Publikum in seiner Vorstellung „mehrfach ausrasten ließen“. Sein Fazit: „Unbedingt empfehlenswert.“
Clayface was fantastic. An awesome addition to the DCU that doesn’t require any knowledge of DC to enjoy. It’s a hard R and loaded with brutal scenes that really surprised me. Audience freaked out a few times during my screening to what was being depicted on screen. Strong recommend.
— Steven Weintraub (@colliderfrosty) October 14, 2026
An dieser Stelle könnten wir das Ganze noch eine Weile fortführen, wobei wir uns ehrlicherweise nur noch wiederholen würden. Denn: Die ersten „Clayface“-Reaktionen in den sozialen Medien fallen weitestgehend euphorisch aus. Schwächen werden oft gar keine genannt oder eher kleingeredet – wie so oft im Vorfeld. Inwiefern die Pros am Ende tatsächlich überwiegen und wie gut der Film wirklich ist, könnt ihr ab dem 22. Oktober selbst feststellen. Exklusiv im Kino!
Einer der beliebtesten Blockbuster des Jahres steht derweil bereits kurz davor, auch die Heimkinos im Sturm zu erobern: